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Warum man Champagner nicht selber zu Hause machen sollte

August 9, 2017

Warum man Champagner nicht selber zu Hause machen sollte

Es gibt Menschen, die sich zu Hause Ihren eigenen Wein produzieren. Auch wenn dies nicht sehr oft vorkommt, gibt es doch Weinliebhaber, die aus verschieden Gründen (kleine Weinberge besitzen, gerne experimentieren usw.) sich dafür Wein-Kits anlegen.

Die Grundlagen der Weinbereitung sind relativ einfach. Die Trauben werden geerntet, und dessen natürlicher Zucker wird durch die Gärung in Alkohol umgewandelt. Diese Beschreibung ist natürlich eine grobe Vereinfachung, und wenn man einen wirklich guten Wein erzeugen möchte, dann ist die Sache natürlich viel komplizierter.

 

Champagner herstellen

Gilt dies auch für den Champagner? Nun, wir werden Ihnen erklären, warum man zu Hause keinen Champagner produzieren kann … es sei denn, Sie sind ein exzentrischer Multimillionär 😉

Rechtlich gesehen darf man einen Schaumwein nur dann Champagner nennen, wenn dieser in der französischen Region Champagne produziert wurde, weshalb Sie sich als allererstes einen Weinberg in dieser Region kaufen müssten (was auch nicht unbedingt günstig ist). Dann benötigen Sie noch einen Weinkeller für die Herstellung, sowie Anlagen für den Alterungsprozess. Und dabei müssen Sie natürlich den strengen Richtlinien folgen, die von den Regulierern in Champagne vorgegeben werden. Und selbst wenn Sie all diese Bedingungen erfüllen, heißt das noch lange nicht, daß Sie einen guten oder zumindest anständigen Champagner erzeugen werden. Deswegen ist es vielleicht besser, wenn man dies den Fachmännern überlässt, oder nicht?

Wir können aber trotzdem versuchen, den Herstellungsprozess zu verstehen. Manche Schaumweine aus anderen Regionen, besonders der Cava, werden auf die gleiche Weise wie der Champagner hergestellt, nach der sogenannten „traditionellen Methode„.

 

Die traditionelle Methode

Die traditionelle Methode für die Herstellung des Champagners und des Cavas ist ein komplexer, teurer und sehr zeitaufwendiger Prozess. Wir möchten jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber wir hoffen, dass Sie mittels dieser kleinen Anleitung erkennen können, wieviel Arbeit hinter jeder Flasche steckt. Dieses Verfahren kann zumindest teilweise erklären, warum Champagner so teuer ist.

Die Vorgehensweise, schematisch, wäre folgende:

  • Die Trauben ernten und leichtes Anpressen um den Saft freizusetzen.
  • Es findet (die primäre) alkoholische Gärung statt. In der Regel in Edelstahlbehältern, unter strenger Temperaturkontrolle, wird das Traubenzucker in Alkohol umgewandelt, und bildet den sogenannten Basiswein.
  • Dann wird gemischt. Der Basiswein des aktuellen Jahrgangs wird mit dem anderer Jahrgänge vermischt, um so den gewünschten Stil und die gewünschte Balance zu erreichen. Viele Champagner-Maisons bewahren eine große Anzahl von Basis-Weinen auf, um so ihre Mischungen machen zu können.
  • Danach kommt es zur zweiten Gärung. Hierdurch erhalten wir den Schaumwein, und dies wird durch die Abfüllung der Mischung mit einer weiteren speziellen Mischung (einschließlich Hefezellen) erreicht, bekannt als „liqueur de tirage“. Die Flasche wird nun mit einem provisorischen Stopfen verschlossen, und zwischen 10°C und 12°C gelagert. Die zweite Gärung erfolgt für etwa acht Wochen in der Flasche, wobei CO2 erzeugt wird, der sich dann im Wein auflöst, und dabei die Bläschen bildet.
  • Die Hefezellen sterben ab, und bilden den „Trub“. Diesen Vorgang nennt man Autolyse der Hefe. Der Trub kann dem Wein Hefe-Aromen verleihen, und ihn frisch halten. Er wird aber letztendlich entfernt, mittels des Degorgierens.
  • Nun wird der provisorische Stopfen entfernt, und der Wein bekommt seinen Korken. Vorher wird dem Wein noch eine Mischung hinzugefügt, „liqueur d’expédition“ oder „dosage“ genannt, und diese Mischung enthält üblicherweise Zucker, was sich auf die Süße des Weines auswirkt. Der Korken wird eingesetzt und mit einem Drahtkorb fixiert.
  • Der fertige Schaumwein altert nun in der Flasche, wodurch er sich setzen kann, und wodurch sich auch andere Eigenschaften entwickeln können, bevor dieser auf den Markt kommt.
  • Wie gesagt kommt dieser dann auf den Markt, jemand kauft ihn, öffnet die Flasche, und genießt das Produkt.

Da haben Sie es. Einfach, nicht wahr? Haben Sie es schon einmal probiert, zu Hause Ihren eigenen Wein herzustellen? Wir würden gerne von Ihren Erfahrungen hören!

 

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